Wer an der stillgelegten Haltestelle Westorf Brede vorbeikommt, erinnert sich daran, dass die Frage einer sicheren Querung der K41 (Westorfer Straße) den Ort seit vielen Jahren beschäftigt. Die Haltestelle wurde damals eingerichtet, um Kindern den Weg über die Kreisstraße zu ersparen. Seit langer Zeit wird sie jedoch nicht mehr bedient. Die grundsätzliche Frage bleibt daher bestehen: Wie können Schulkinder die Straße sicher überqueren?
Ein Fußgängerüberweg kam damals nicht in Betracht, weil die erforderlichen Verkehrszahlen nicht erreicht wurden. Seit der Anpassung der Verwaltungsvorschrift zur StVO im Jahr 2025, die die strikte Bindung an diese Zahlen abgeschwächt hat, wurde das Thema erneut aufgegriffen. Ratsmitglied Lukas Koschek regte beim Landrat Meinolf Haase daher eine erneute Prüfung an. Der Landrat leitete das Anliegen an den zuständigen Fachbereich weiter, der die Situation vor Ort umfassend untersucht hat.
Was geprüft wurde
Der Kreis Lippe führte eine Ortsbesichtigung durch und erhob an mehreren Tagen das Querungsaufkommen im Bereich der Haltestelle Westorf Mitte. An der Prüfung beteiligt waren der Eigenbetrieb Straßen, die Gemeinde Kalletal und der Bezirksdienstbeamte.
Die Anfrage verwies darauf, dass Fußgängerüberwege seit der Überarbeitung der Verwaltungsvorschrift auch bei geringeren Fußgängerzahlen geprüft werden können. Dies gilt besonders, wenn eine regelmäßig bediente Bushaltestelle oder schutzbedürftige Personen betroffen sind.
Ergebnisse der Untersuchung
Der Kreis kommt nach Auswertung der Beobachtungen zu folgendem Ergebnis:
- Die Verkehrsbelastung im untersuchten Abschnitt war moderat.
- Fußgängerinnen und Fußgänger konnten die Straße während der Erhebungszeiten sicher überqueren.
- Ein gebündeltes Querungsaufkommen wurde nicht festgestellt.
- Gespräche mit Schulkindern ergaben keine Hinweise auf Unsicherheiten.
- Die baulichen Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg wären an dieser Stelle mit erheblichem Aufwand verbunden.
Auf dieser Grundlage sieht der Kreis derzeit keine verkehrliche Notwendigkeit für einen Fußgängerüberweg. Die bestehende Tempo 30 Regelung und die vorhandenen Gefahrenhinweise sollen weiterhin zur Sicherheit beitragen.
Welche Maßnahmen dennoch folgen
Vor dem Hintergrund der Anfrage wird im Zusammenspiel von Kreis Lippe und Gemeinde Kalletal eine weitere Maßnahme angestoßen.
Dialog-Display an der K41: Nach den Osterferien installiert die Gemeinde Kalletal im Bereich der Haltestelle Westorf Mitte ein Dialog-Display. Es zeigt Rückmeldungen zur gefahrenen Geschwindigkeit an und erfasst diese zusätzlich im Hintergrund. Die Auswertung soll Hinweise liefern, ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind.
Wie es weitergeht
Sobald die Daten aus dem Dialog-Display und der Geschwindigkeitsmessung vorliegen, werden diese ausgewertet und mit der Gemeinde Kalletal besprochen. Westorf.de informiert anschließend über die Ergebnisse und mögliche weitere Schritte.
Ein Dank gilt den beteiligten Stellen: dem Kreis Lippe mit dem Eigenbetrieb Straßen, der Gemeinde Kalletal und dem Bezirksdienstbeamten.
