Grenzraum, Christianisierung und frühere Strukturen

800 bis 1200 n. Chr.

Information

Die Sammlung zur Vereins‑ und Dorfgeschichte Westorfs wird fortlaufend erweitert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr; Fehler oder Lücken sind möglich. Hinweise, Korrekturen oder ergänzendes Material (z. B. Dokumente oder Fotos) sind willkommen und können an info@westorf.de übermittelt werden.

Westorf liegt im Frühmittelalter in einem politisch zersplitterten Grenzgebiet. Westlich der Kalle beanspruchen die Herzöge von Sachsen das Bentorfer und Westorfer Gebiet, östlich betrachtet der Graf des Gaues Osterburg die Region als Grenzmark, und südlich beginnt der Einflussbereich des Bischofs von Paderborn. Diese überlappenden Herrschaftsansprüche erschweren Verwaltung und Kontrolle und erklären die vergleichsweise späte Christianisierung.

Mit der fränkischen Herrschaft setzt die kirchliche Organisation ein: Westorf gehört zunächst zum Archidiakonat Rehme, später zum Kirchspiel Hohenhausen. Die verstreuten Höfe liegen in schwer zugänglichen Waldtälern, was Schutz bietet, aber auch die kirchliche und weltliche Durchdringung verzögert. Ungarische Reiterzüge und äußere Bedrohungen führen zur Ausbildung eines lokalen Dienstadels (u. a. von Kalldorf, von Heidelbeck, von Varenholz), der Schutz und Verwaltung übernimmt.

Quelle: SÜVERN, Wilhelm, 1965. Das Kirchspiel Hohenhausen: Geschichte der Gemeinden Hohenhausen, Bentorf, Brosen und Westorf. Lemgo: Wagner