Westorf liegt im Frühmittelalter in einem politisch zersplitterten Grenzgebiet. Westlich der Kalle beanspruchen die Herzöge von Sachsen das Bentorfer und Westorfer Gebiet, östlich betrachtet der Graf des Gaues Osterburg die Region als Grenzmark, und südlich beginnt der Einflussbereich des Bischofs von Paderborn. Diese überlappenden Herrschaftsansprüche erschweren Verwaltung und Kontrolle und erklären die vergleichsweise späte Christianisierung.
Mit der fränkischen Herrschaft setzt die kirchliche Organisation ein: Westorf gehört zunächst zum Archidiakonat Rehme, später zum Kirchspiel Hohenhausen. Die verstreuten Höfe liegen in schwer zugänglichen Waldtälern, was Schutz bietet, aber auch die kirchliche und weltliche Durchdringung verzögert. Ungarische Reiterzüge und äußere Bedrohungen führen zur Ausbildung eines lokalen Dienstadels (u. a. von Kalldorf, von Heidelbeck, von Varenholz), der Schutz und Verwaltung übernimmt.
Quelle: SÜVERN, Wilhelm, 1965. Das Kirchspiel Hohenhausen: Geschichte der Gemeinden Hohenhausen, Bentorf, Brosen und Westorf. Lemgo: Wagner
