Im April 1920 führt der Sportkamerad Fritz Jasper das Fußballspiel in Westorf ein und stößt damit auf große Begeisterung unter den jungen Männern des Dorfes. Rasch finden sich fußballinteressierte Sportler zusammen und gründen den Verein SV Germania Westorf e.V. Zu den Gründern zählen Fritz Jasper, Hermann Hecker, Heinrich Hecker, Fritz Süllwold und Heinrich Jasper, unterstützt von ihren Vätern, die den Aufbau des Vereins tatkräftig fördern.
Zum ersten Vorsitzenden wird Hermann Plöger gewählt, zum Geschäftsführer Heinrich Hecker. Besonders prägend wirken in den Anfangsjahren Fritz Jasper sowie Hermann Hecker sen. und jun., die dem Vereinsleben wichtige Impulse geben. Der Spielbetrieb beginnt mit einer einzigen Mannschaft, die zunächst ausschließlich Freundschaftsspiele austrägt. Spielerpässe existieren noch nicht, und die ersten Begegnungen gehen meist verloren – so auch das erste Spiel in Langenholzhausen, das mit 0:7 endet.
In Westorf leben zu dieser Zeit rund 300 Menschen, aus deren Reihen sich der erste Spielerkader rekrutiert. Trainiert wird zunächst auf „Borcherts Wiese“ in der Dorfmitte. Erst später gelingt es, durch Verhandlungen mit dem Gutsbesitzer Schemmel ein pachtbares Gelände auf der „Schafheide“ unterhalb des Bonstapels zu erhalten. Trotz des schiefen Untergrunds und des langen Fußmarsches von über einer halben Stunde wird der Platz – im Volksmund „Alter Teufel“ – zum Schauplatz vieler früher Fußballschlachten. Die Tore müssen zu jedem Spiel auf- und abgebaut und beim Sportkameraden Fritz Deppe eingelagert werden, um Diebstahl zu verhindern.
Quelle: Vereinschronik des SV Germania Westorf von 1920 e.V., 1920–2020
