Als die Gutsherrschaft 1563 an die Grafen zur Lippe überging, waren fast alle Westorfer Bauern – mit Ausnahme Die Westorfer Bauern unterliegen der lippischen Leibeigenschaft. Sie sind an ihre Höfe gebunden, müssen Frondienste leisten und umfangreiche Abgaben entrichten; der Zehnt geht an Kirche und Grundherren. Kirchlich und verwaltungstechnisch gehört Westorf zum Kirchspiel Hohenhausen, das Abgaben, Gerichtsbarkeit und soziale Ordnung organisiert. Die Kirche bildet das Zentrum des religiösen Lebens und verbindet Westorf eng mit den umliegenden Dörfern. Die Polizeiordnung von 1583 regelt zusätzlich Kirchgang, Moral und das dörfliche Zusammenleben. Die hohe Abgabenlast führt immer wieder zu wirtschaftlicher Not auf den Höfen.
Auch mehrere Flurnamen stammen aus dieser Zeit und spiegeln die Nutzung der Landschaft wider:
- Fassensteg – Land am Steg über die Kalle, zu Kolonat Nr. 5 gehörend
- Hellwegsche – Lage unterhalb des alten Hellwegs, eines Grenzweges
- Kalfhagen – abgeholzter, später wieder aufgeforsteter Hagen
- Kalle – vom rauschenden Wasser des Baches abgeleitet
Diese Namen zeigen, wie eng Besitz, Landschaft und Alltag miteinander verwoben waren.
Quelle: SÜVERN, Wilhelm, 1965. Das Kirchspiel Hohenhausen: Geschichte der Gemeinden Hohenhausen, Bentorf, Brosen und Westorf. Lemgo: Wagner
