Ab dem 12. Jahrhundert entsteht der eigentliche Dorfkern, erstmals als „Westerendorp“ oder „Wessentrup“ bezeugt. Die Siedlung liegt in einem engen Tal, umgeben von steilen, damals noch dicht bewaldeten Hängen. Die ältesten Höfe gruppieren sich um einen zentralen Anger, während die Ackerflächen am Südrand des Dorfes und entlang des Westorfer Baches liegen — typisch für ein Rodungsdorf.
Die Ritter von Callendorp roden große Waldflächen im Kalletal. Dabei entsteht auch der Rodungshof Hemmensiek, der später wieder aufgegeben wird. Verträge aus den Jahren 1354 und 1359 belegen den Einfluss der Callendorper Ritter auf Westorf. Gleichzeitig prägen klösterliche Grundherrschaften das Dorfleben:
- Kloster Möllenbeck besitzt zwei Hufen und einen Kotten.
- Die Abtei Herford verfügt über einen Hof, aus dem später der Hof Vasse (Nr. 5) hervorgeht.
Diese Besitzverhältnisse bestimmen Abgaben, Pacht und Rechtsprechung über viele Generationen.
Durch die Rodungen entstehen die charakteristischen langen, schmalen Ackerstreifen, die das Landschaftsbild bis in die Neuzeit prägen. Das „Obernfeld“ bildet dabei einen zentralen Bereich, in dem alle acht Westorfer Bauern bis 1781 Land besitzen. Flurnamen wie Rautenfeld/Rott, Lichtensberg, Riepen oder Gehren spiegeln die mittelalterliche Erschließung und Nutzung der Landschaft wider:
- Rautenfeld / Rott – von roden, Hinweis auf frühe Urbarmachung
- Lichtensberg – der lichte, unbewaldete Berg
- Riepen – ansteigendes Gelände
- Gehren – spitz zulaufende Feldstücke
Quelle: SÜVERN, Wilhelm, 1965. Das Kirchspiel Hohenhausen: Geschichte der Gemeinden Hohenhausen, Bentorf, Brosen und Westorf. Lemgo: Wagner
