Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließ die lippische Landesherrschaft eine neue Chaussee durchs Kalletal anlegen. Die bisherigen Wege waren unbefestigte Feld- und Hofwege, die bei Regen unpassierbar wurden, über private Äcker führten und immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Bauern und Fuhrleuten führten. Für Verwaltung, Handel und den Verkehr zwischen Detmold und Varenholz war dieser Zustand nicht länger tragbar.
Unter Graf Friedrich Adolf entstand daher eine durchgehend befahrbare Landstraße, die bewusst über Höhenrücken und feste Hanglagen geführt wurde. Besonders schwierige Abschnitte – etwa am Hegersberg bei Westorf oder am Abstieg nach Langenholzhausen – mussten mit Pflastersteinen oder Bohlen verstärkt werden, nachdem herrschaftliche Kutschen dort im Morast steckengeblieben waren.
Finanziert wurde der Bau durch die Landesherrschaft. Die Gemeinden des Amtes Varenholz waren verpflichtet, umfangreiche Spann- und Handdienste zu leisten: Sie stellten Arbeitskräfte, Zugtiere, Wagen und Mergel. Über den Sommer hinweg arbeiteten Hunderte von Bauern an der neuen Trasse.
Die Chaussee wurde zur ersten ganzjährig befahrbaren Straße im lippischen Norden und prägte den Verkehr im Kalletal über viele Jahrzehnte.
Quelle: SÜVERN, Wilhelm, 1965. Das Kirchspiel Hohenhausen: Geschichte der Gemeinden Hohenhausen, Bentorf, Brosen und Westorf. Lemgo: Wagner
